Weil's um mehr als Geld geht.
Sparen & Anlegen

Zwischen Negativzins und Anlagetraum

Mit sieben einfachen Tipps zum Vermögensaufbau

Der Einkauf wird immer teurer, Heizkosten und Mieten steigen. Finanzielle Unterstützung oder Gehaltserhöhungen gibt es dagegen eher selten. Da hilft nur Kosten senken und Erspartes clever anlegen. Aber wie geht das in Zeiten von Null- und Minuszinsen?

Wertvolle Spartipps für den Alltag
Weil sich immer mehr Menschen in Deutschland genau diese Frage stellen, haben wir bei unseren Experten nach konkreten Spartipps gefragt. Die grundlegendste aller Sparregeln ist und bleibt: bewusstes Konsumieren – der wichtigste Schritt für private Einsparungen. Denn wer Geld anlegen will, muss überhaupt erstmal Geld dafür übrighaben. Mit kleinen Veränderungen im Alltag lässt sich dabei schon eine große Wirkung erzielen.

Die Experten an Ihrer Seite

Sie wünschen sich eine professionelle Analyse Ihrer aktuellen Situation und konkrete Empfehlungen für die passende Geldanlage? Gerne bewerten unsere Nospa-Berater gemeinsamen mit Ihnen mögliche Sparpotenziale und informieren Sie über Investments, die ganz individuell zu Ihnen passen.

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Mit den folgenden sieben Tipps und Gewohnheiten behalten Sie Ihre Kosten im Griff und können Geld zur Seite legen:

  • Tarife wechseln

Viele Verbraucher geben 50 bis 100 Euro im Monat für Telefon, Handy und Internet aus. Bei manchen ist es sogar weit mehr. Sagen Sie Ihrem Provider doch einfach mal, dass Ihnen die Rechnung zu hoch ist. Viele Anbieter kommen ihren Kunden in solchen Gesprächen entgegen und bieten Rabatte oder günstigere Tarife an, um sie weiter zu binden.

Macht Ihr Provider keine Zugeständnisse, suchen Sie sich zum nächstmöglichen Termin einen mit besseren Konditionen. Unabhängige Vergleichsportale im Internet zeigen, welcher Tarif am besten zu Ihnen passt. Nutzen Sie die Leitung häufig, können Sie damit im besten Falle mehr als 100 Euro im Jahr sparen.

  • Essen & Co.: Do it yourself

Vor Ausbruch des Coronavirus gaben mehr als 60 Millionen Deutsche an, öfters auswärts essen zu gehen. Nicht zuletzt während der Pandemie wurde aber klar: Häufige Restaurantbesuche sind ein verzichtbarer Luxus – gut gekocht werden kann auch zu Hause. In Wahrheit wissen das auch Restaurantfans: Auf die Frage, wo sie ihrer Meinung nach am schnellsten Geld sparen könnten, nannten 59 Prozent spontan Restaurantbesuche. So lassen sich schnell 100 Euro oder mehr im Monat sparen.

Und wer langsam aus dem Home Office kommt und wieder öfter ins Büro geht: Statt mittags in der Kantine zu essen, kochen Sie zu Hause und nehmen Sie Ihr Essen mit zur Arbeitsstelle. Auch den Coffee-to-go müssen Sie nicht unbedingt unterwegs kaufen. Bereiten Sie sich zu Hause einen Kaffee zu und nehmen Sie ihn im Thermobecher mit. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch umweltfreundlicher. Ähnlich sparen können Sie beim Mineralwasser: Dieses können Sie ganz einfach und günstig selbst sprudeln. Kostenpunkt für einen Wassersprudler mit Flaschen: ab 40 Euro. Wer täglich eine Flasche Leitungswasser selbst sprudelt statt Mineralwasser zu kaufen, spart etwa 100 Euro im Jahr. Toller Nebeneffekt: Das lästige Schleppen von Flaschen und schweren Wasserkästen fällt weg!

  • Klug einkaufen

Mehr als 80 Prozent der Deutschen geben an, ihnen sei eine kurze Entfernung bei der Auswahl eines Geschäfts wichtig. Also kaufen sie ihre Lebensmittel in dem Supermarkt, der besonders nah an ihrem Zuhause oder auf dem Weg zur Arbeit liegt. Nicht immer ist das allerdings der billigste. Testen Sie einmal Produkte vom Discounter. In den Verpackungen der Handelsmarken stecken oft Produkte von Markenherstellern, die qualitativ nicht schlechter sind. Und: Gehen Sie mal wieder auf einen Markt. Diese haben schon seit längerem wieder geöffnet. Gerade kurz vor Abbau ihrer Stände bieten viele Händler ihr Obst und Gemüse deutlich günstiger an.

Kleiner Extra-Tipp: Gehen Sie nur satt einkaufen, niemals hungrig. Ihr Einkauf fällt automatisch geringer aus – und damit deutlich günstiger.

  • Fahrtkosten sparen

Autofahren kostet Geld, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind Sie schon günstiger unterwegs – Fahrradfahren und Laufen sind sogar gratis. Versuchen Sie, die eine oder andere Strecke kostenlos zurückzulegen. Nicht nur Ihr Portemonnaie, auch Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

  • Bahnfahrten clever buchen

Auch die Bahn wird wieder häufiger genutzt als noch zu Beginn der Pandemie. Wer bei Bahntickets sparen möchte, sollte vor allem einen Grundsatz befolgen: Je früher Sie Ihr Ticket kaufen oder buchen, desto billiger ist es. Bereits 180 Tage vor Reiseantritt ist eine Buchung möglich. Aufgrund der höheren Nachfrage sind Tickets an den folgenden Tagen in der Regel teurer: Montag, Freitag und Sonntag sowie die Tage vor und nach Feiertagen, Ferienbeginn und -ende. Wenn Sie flexibel sind, fahren Sie also am besten abseits dieser Stoßzeiten. Zum Supersparpreis können Sie Tickets schon ab 19,90 Euro (2. Klasse) und 29,90 Euro (1. Klasse) erwerben. Wer eine BahnCard 25 oder 50 hat, erhält zusätzlich den entsprechenden Rabatt.

  • Abonnements managen

Manche Abos lassen sich nicht flexibel stilllegen, andere hingegen schon. Viele Streaming-Dienste können Sie monatlich kündigen. Nutzen Sie das – zum Beispiel, wenn Sie im Sommer endlich wieder länger verreisen. Wenn Sie dennoch nicht auf Musik, Serien oder Filme verzichten wollen: Testen Sie einen Konkurrenten Ihres Anbieters, der einen kostenlosen Probemonat bietet. Auch bei Tageszeitungen ist es oft möglich, für einen gewissen Zeitraum auszusetzen.

  • Heizung und Strom: Günstiger mit ein paar Tricks

Die steigenden Strom- und Heizkosten machen Ihnen Sorgen? Vor allem, weil im Winter ein kalter Luftzug durch Ihre Fenster dringt? Mit Isolierband können Sie undichte Fenster- und Türrahmen schnell und einfach abdichten. So lassen sich bis zu 20 Prozent der Heizkosten sparen. Und: Entlüften Sie Ihre Heizkörper regelmäßig vor der Heizsaison. Das senkt den Verbrauch um bis zu zehn Prozent.

Bonus für langfristige Sparer: Programmierbare Thermostate steuern Ihre Heizung, während Sie unterwegs sind oder schlafen. Das spart laut Stiftung Warentest nochmal bis zu zehn Prozent. Wer außerdem den Stromanbieter regelmäßig wechselt, kann sich immer wieder einen Sofortbonus (etwa 100 Euro) und Neukundenbonus (ebenfalls etwa 100 Euro) sichern.

Ziehen Sie bei ungenutzten Geräten den Stecker. Denn auch im Stand-by-Betrieb fressen viele von ihnen ordentlich Strom. In einem Zwei-Personen-Haushalt können Sie damit jährlich im Schnitt rund 400 Kilowattstunden sparen – das sind je nach Stromtarif immerhin rund 80 Euro.

Sparpläne mit Wertpapieren sind eine gute Möglichkeit, Vermögen aufzubauen. Und das bereits ab 25 Euro pro Monat.

Jetzt kann’s losgehen:

Richtig anlegen

Wer seine Ausgaben mit diesen Tipps erfolgreich gesenkt hat, kann das dadurch gesparte Geld für sich arbeiten lassen. Aber: Welche Geldanlagen sind aktuell überhaupt noch profitabel – Aktien, ETFs oder vielleicht Immobilien? Und wie sieht es mit den Verlustrisiken und der Flexibilität aus? Wir erklären Ihnen die Vorzüge der verschiedenen Anlageformen.

1. Kurzfristige Geldanlagen

Fakt ist: Wenn Sie auch mal spontan über Ihr angelegtes Geld verfügen möchten, müssen Sie oft in Sachen Rendite zurückstecken. Es gilt die Faustformel: je kürzer die Anlagezeit, desto geringer der zu erwartende Profit.

Die bekanntesten Vertreter der kurzfristigen Anlagen sind das Tagesgeldkonto und das Sparbuch. Die Verzinsung des eingezahlten Guthabens ist bei beiden Varianten leider als sehr gering einzuschätzen. Auf anderem Wege lässt sich weit mehr aus Ihrem Geld machen, aber in Sachen Sicherheit und Flexibilität sind Sparbuch und Tagesgeld noch immer echte Alternativen.

Wer nicht ganz so zeitnah aufs eigene Geld zugreifen muss, kann sich über Festgeld mit kurzer Laufzeit oder über Einlagenzertifikate informieren. Auch kurzfristige Fonds, wie Rentenfonds oder Staatsanleihen, gelten als relativ sicher, sofern sie in gut bewertete Unternehmen und Staaten investieren. Etwas mehr Risiko geht derjenige ein, der bei der Geldanlage in Exchange Traded Funds, kurz ETFs, investiert. Die börsengehandelten Fonds bieten gute Renditechancen trotz Niedrigzinsphase, können aber auch zu Verlusten führen.

 

2. Mittelfristige Geldanlagen

Anlagemethoden wie Festgeld und Tagesgeld sind auch mit mittelfristigem Anlagehorizont kombinierbar. Die Renditeaussichten sind hier zwar wegen der längeren Laufzeit besser als bei der kurzfristigen Anlage, für viele bleiben diese Varianten dennoch uninteressant in der Niedrigzinsphase. Anders sieht es dagegen am weltweiten Kapitalmarkt aus. Ordentliche Renditen können Sie über ETFs, Aktien-, Renten- und Investmentfonds oder Immobilienfonds erwirtschaften. Jedoch müssen Sie in diesen Fällen auch bereit sein, ein höheres Risiko einzugehen.

3. Langfristige Geldanlagen

Wer einen langen Atem hat, profitiert vom Zinseszins. So lässt sich beispielsweise mit einem Fondssparplan und bereits ab einem monatlichen Einsatz von 25 Euro über einige Jahre ein ordentliches Sümmchen ansparen. Fonds bergen dabei naturgemäß immer ein Verlustrisiko – allerdings ging dieses einer Untersuchung des VZ Vermögenszentrum aus Zürich zufolge ab einer Laufzeit von 15 Jahren in der Vergangenheit nahezu gegen null.

Wenn Sie sich die Auswahl geeigneter Börsenunternehmen selbst zutrauen, können Sie zudem in einzelne Aktien investieren. So beteiligen Sie sich direkt am Erfolg eines Unternehmens und freuen sich über die Dividende sowie potenziell steigende Aktienkurse. Vielleicht erwägen Sie ja auch den Kauf eines Eigenheims oder einer Wohnung. Immobilien gehören schon lange zur beliebtesten Anlageform der Deutschen, binden allerdings sehr viel Kapital. Bausparverträge sind eine Möglichkeit, regelmäßig und ohne Risiko für Wohneigentum zu sparen. Beim Crowdinvesting können Sie mit vielen anderen Anlegern gemeinsam ein Immobilienprojekt finanzieren – mit tollen Renditeaussichten. Doch beachten Sie: Hier gibt es keinerlei Einlagensicherung. Im Fall einer Insolvenz des Projekts gehen Kleinanleger daher oft leer aus.

Unser Tipp zum cleveren Anlegen

Informieren Sie sich gut über alle Möglichkeiten – und streuen Sie Ihre Investitionen über unterschiedliche Produkte und Laufzeiten. So verkraften Ihre Finanzen auch mal kleinere Rückschläge einzelner Investments, egal ob langfristig gebunden oder kurzfristig verfügbar. So ist auch in der Niedrigzinsphase mehr drin für Sie – und für Ihr Geld.

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