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Wie erkennen und vermeiden Sie Phishing, Enkeltrick & Co.?

Cyberangriffe und andere Betrugsmaschen

Stellen Sie sich vor: Betrüger gelangen an Ihre Kontodaten und können Ihr gesamtes Geld abbuchen. Tatsächlich passiert das schneller als Sie ahnen. Wir klären Sie über häufige Betrugsmaschen auf – damit Sie Datendieben rechtzeitig auf die Schliche kommen.

Ob durch Phishing, Fake-Shops oder Viren – ein falscher Klick kann enormen Schaden verursachen. Dabei werden die Tricks von Betrügern immer raffinierter und finden sowohl online als auch offline statt. Laut dem Cybercrime-Lagebericht 2020 des Bundeskriminalamts (BKA) stieg die Cyberkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent. Kriminelle haben die Ausnahmesituation der Pandemie gezielt ausgenutzt, um Internetnutzer vermehrt auf betrügerische Links zu locken. Zwar sind einige Angriffsformen seit Jahren bekannt, jedoch werden sie ständig den neuen technischen Entwicklungen angepasst und bleiben dadurch gefährlich.

Hinzu kommt: Datendiebe nutzen auch häufig analoge Betrugsmaschen, um so dem immer sicherer werdenden digitalen Datenverkehr entgegenzuwirken.

Wenn Sie in die Betrugsfalle geraten sind, …

… ist das Wichtigste: Ruhe zu bewahren. Wenden Sie sich an Ihre Sparkasse, schildern Sie möglichst genau, was passiert ist und welche Daten Sie herausgegeben haben. Die Berater werden dann umgehend Soforthilfe leisten und beispielsweise das Online-Banking sperren oder einen Überweisungsrückruf beauftragen. Sinnvoll ist es auch, bei der Polizei Anzeige zu erstatten – es handelt sich hierbei ganz klar um eine Straftat. Sie können sich sicher sein, dass Ihre Sparkasse Sie bei allem, was zu tun ist, unterstützen wird.

Direkt Kontakt aufnehmen

1. Der Klassiker: Phishing

Beim Phishing verschicken Betrüger in großem Stil E-Mails oder auch SMS, die so aussehen, als kämen sie von Unternehmen wie beispielsweise Amazon, Ihrem Telefonanbieter oder Ihrer Sparkasse. Die dringlich klingende Nachricht lockt Sie über einen Link auf eine täuschend echt aussehende Kopie der Original-Website. Auf der manipulierten Seite sollen Sie dann Ihre Kontodaten samt Passwort oder Geheimzahl eingeben. Vermeintlich, um Ihr Konto wieder freizuschalten. Stattdessen erbeuten die Datendiebe hochsensible Informationen.

Laut BKA ist das durchschnittliche Spam-Mail-Aufkommen im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gestiegen. Doch keine Sorge: Hier finden Sie umfassende Infos, wie Phishing funktioniert und wie Sie betrügerische E-Mails oder SMS erkennen können. Denn der beste Schutz sind Aufklärung und ein gesundes Misstrauen.

2. Betrügerische Online-Trading-Portale

Dieser Betrug hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen: Gefälschte Anzeigen – teils sogar mit Prominenten – werben mit enormen Gewinnen bei Geldanlagen wie Kryptowährungen. Der Link führt dann auf eine ebenfalls gefälschte Online-Trading-Website. Nach der Registrierung bekommen die Nutzer Anrufe eines angeblichen „Brokers“ oder persönlichen „Anlageberaters“. Dieser versucht, den Anleger von immer größeren Investitionen zu überzeugen, um angeblich noch höhere Gewinne zu erzielen. Durch die teils regelmäßigen Anrufe wird ein persönlicher Kontakt oder gar eine Vertrauensbeziehung aufgebaut. Dahinter steckt jedoch professioneller Cyberbetrug.

3. Der Fake-Sparkassen-Berater

Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel würden Sie niemals an unbekannte Dritte weitergeben. Schließlich hätten diese dadurch Zugriff auf alle Besitztümer in Ihrem Zuhause. Gleichen Wert haben TANs und PINs, die Ihr Konto und damit Ihr Geld schützen. Da gerade jetzt während der Corona-Pandemie viele Unternehmen und Kreditinstitute auf andere Kommunikationswege setzen, satteln auch die Betrüger um und versuchen, als falsche Sparkassen-Mitarbeiter per Telefon sensible Daten zu ergaunern. Meist rufen sie außerhalb der Öffnungszeiten an und geben vor, es besonders eilig zu haben, weil sonst beispielsweise das Konto gesperrt werden müsse. Mitarbeiter von Banken und Sparkassen würden jedoch niemals am Telefon nach PINs, TANs oder Passwörtern fragen. Legen Sie im Zweifel einfach auf und rufen Sie Ihre Sparkasse unter der Ihnen bekannten Rufnummer zurück – so können Sie in Erfahrung bringen, ob wirklich Handlungsbedarf besteht.

Wichtig: Betrüger können auch die Rufnummer fälschen, die Ihnen im Display angezeigt wird. Wenn Sie jedoch auflegen und statt Wahlwiederholung selbst noch mal die Nummer Ihrer Sparkasse wählen, landen Sie auch sicher dort. Und: Lassen Sie sich niemals unter Zeitdruck zu irgendwelchen Handlungen zwingen!

Gut zu wissen

Sollten Sie auf eine Betrugsmasche aufmerksam werden – sei es analog oder digital – können Sie hier Hilfe finden: Das Computer-Notfallteam der Sparkasse informiert über aktuelle Sicherheitswarnungen und berät Sie gerne. Verdächtige Nachrichten können Sie zur Bewertung und zum Schutz anderer Kunden an warnung(at)sparkasse.de weiterleiten. 

4. Der Enkeltrick

Der Begriff „Enkeltrick“ wird Ihnen sicherlich schon einmal begegnet sein. Seit Jahrzehnten geben sich Betrüger am Telefon als Verwandte aus, die dringend Geld benötigen. Besonders häufig sind davon ältere Menschen betroffen, die gutgläubig Hilfe anbieten und sich über jeden Anrufer freuen. Dabei wird diese Gutmütigkeit schamlos ausgenutzt. Auch wenn Sie selbst davon nicht betroffen sind, sollten Sie darauf achten, dass in Ihrem familiären oder freundschaftlichen Umfeld niemand Opfer der Betrugsmasche wird.

5. Die „Back-to-the-roots“-Briefpost

Briefe sterben aus, könnte man meinen. Aber viele wichtige Unterlagen müssen auch heute noch per Post geschickt werden. Das gilt auch für Schreiben von Banken und Sparkassen. Seien Sie aber immer skeptisch, sobald Sie in einem Brief aufgefordert werden, sensible Unterlagen zu versenden. Achten Sie beispielsweise auf die Empfängeradresse: Ist das die Anschrift Ihrer Sparkasse? Falls nicht, sollten Sie vorsichtig sein. Fragen Sie im Zweifel lieber einmal mehr nach, ob es sich hierbei tatsächlich um ein Schreiben Ihres Kreditinstituts handelt. Oder werfen Sie die geforderten Unterlagen einfach selbst in den Briefkasten Ihrer Filiale, statt sie per Post an die Absenderadresse zu schicken.

6. Die menschlichen Waschbären

Durch das Homeoffice kann es passieren, dass vertrauliche Informationen versehentlich im hauseigenen Papiermüll landen, die eigentlich in die Aktenvernichtung im Büro gehören. Selbst wenn Betrüger nicht zwangsläufig anfangen, wie Waschbären in Ihren Mülltonnen herumzukramen, kann es passieren, dass unfreiwillig sensible Daten in die falschen Hände geraten. Man weiß schließlich nie, durch wessen Hände der Papiermüll genau geht und welche neuen Ideen Datendiebe als nächstes haben. Achten Sie unbedingt beim Sortieren Ihrer Unterlagen darauf, was genau im Müll landet und ob Sie dies nicht besser geschwärzt oder geschreddert entsorgen sollten.

Auf Nummer sicher gehen mit 6 Tipps

  • Ignorieren Sie E-Mails und SMS von unbekannten Absendern: Seien Sie misstrauisch, wenn Sie angeblich von Ihrer Sparkasse oder anderen Unternehmen aufgefordert werden, einen Link anzuklicken, um dann auf einer Website sensible Daten einzugeben.
  • Fallen Sie nicht auf Anzeigen von Trading-Portalen rein, die mit enormen Gewinnen bei Geldanlagen locken.
  • Mitarbeiter in Sparkassen und Banken fragen niemals am Telefon nach PINs, TANs oder Passwörtern.
  • Seien Sie skeptisch, wenn sich jemand als Verwandter von Ihnen ausgibt und um Geld bittet.
  • Prüfen Sie Ihre Post genau und senden Sie niemals vertrauliche Unterlagen an eine andere Adresse als die Ihrer Bank oder Sparkasse.
  • Achten Sie immer darauf, keine sensiblen Daten lesbar in den Papiermüll zu werfen.
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